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Bürogebäude und Showroom der Firma Sedus Stoll AG in Dogern
Einladungswettbewerb mit 4 Teilnehmern Jury Dr. Bernhard Kallup, Vors. Carl-Heinz Osten Gerhard Ekert Ricardo López Dorothea Scheidl-Nennemann 1.Preis Allmann Sattler Wappner München Eingeladen Bolles + Wilson Münster Eingeladen LAVA Laboratory for Visionary Architecture Stuttgart Eingeladen Wulf & Partner Stuttgart |
Gegenentwurf Allmann Sattler Wappner gewinnen den Wettbewerb um den Neubau von Bürogebäude und Showroom der Firma Sedus Stoll AG in Dogern. Markus Allmann stellt sich unseren Fragen zum Wettbewerb. LageplanWorin liegt die Besonderheit Ihres Vorschlags? Das Projekt ist ein Gegenentwurf zu einer gerasterten, durchrationalisierten Arbeitswelt. Die Anforderung von Sedus, eine Arbeitsatmosphäre zu erzeugen, die nicht die gewohnten Büro-Typologien bemüht, war Anlass für die Entwicklung einer besonderen, netzartigen, räumlichen Struktur. In graduellen Abstufungen werden Landschaftsraum, dem Gebäude zugehöriger Freiraum und zwischen Innen und Außen oszillierende Zwischenräume mit den Arbeitsplätzen dehierarchisch auf einer Ebene verwoben. Die Terrassen entstehen durch die Überlagerung von zwei differenten Netzformen für eine obergeschossige, interne Arbeitswelt und für eine erdgeschossige, öffentlichere Nutzung mit Empfang, Schau- und Konferenzräumen. Die Netzstruktur besetzt das gesamte Baufeld, und verbindet damit auch die benachbarten Gebäude des Werksgeländes und wird zur neuen Mitte von Sedus. Blick von OstenWorin lag die Herausforderung der Aufgabenstellung? Der Auslober schreibt dazu: "Gegenstand des Wettbewerbes war die Erlangung von Vorentwürfen für einen Verwaltungsneubau und dessen Eingliederung am Firmenstandort Dogern / Hochrhein. Mit diesem Bau werden sämtliche noch am historischen Standort in Waldshut befindliche Abteilungen des Unternehmens an den zukünftigen einzigen Standort verlegt. Daraus ergeben sich neben der Planung des Neubaus auch die Auseinandersetzung mit der Campus-Idee und die Gesamtplanung von Wege- und Verkehrsführung, Parkplätzen und Grünanlagen. In dem zu planenden Gebäude sollten neben den Bürobereichen ein repräsentativer Showroom sowie ein Konferenz- und Schulungsbereich geplant werden. In dem Gebäude werden zukünftig zahlreiche Kunden und Besucher empfangen. Nicht zuletzt deshalb soll der Bau Vorbildcharakter haben. Nachdem Sedus Hersteller von Büromöbeln und Gestalter von Arbeitsplätzen ist, die in ganzheitlichen gestalterischen Konzepten dargestellt werden, muss der Neubau diesem Anspruch und der Unternehmensphilosophie allgemein gerecht werden. Im Vordergrund steht dabei die Unterstützung und Förderung von informeller Kommunikation und gemäß der Sedus-Mission die Erzeugung einer Atmosphäre des "produktiven Wohlfühlens". Ein Großteil der Arbeitsplätze soll als großzügige Bürolandschaft (open space) geplant werden. Dieser neue Ort soll ein Ort der Begegnung sein, er soll Wertigkeit und Mut zum Ausdruck bringen und ein "Wir-Gefühl" erzeugen." Erdgeschoss mit mit Empfang, Schau- und KonferenzräumenWelche Rolle spielen Außenraumbezüge und Zonierung in Ihrem Enwurf? Außenraum und Innenraum werden in ihrer Bedeutung gleichgesetzt. Ein qualitativ hochwertiger Außenraum ergänzt und erweitert die Arbeitswelt. Da wo die Maßstäbe der Rentabilität ihre offensichtliche Bedeutung verlieren entsteht die gewünschte Atmosphäre des "produktiven Wohlfühlens". Die einzelnen Arbeitsbereiche gehen ineinander über, die räumliche Struktur gibt Zonierungen vor, Grenzziehungen innerhalb der einzelnen Raumsegmente sind nicht mehr notwendig. Die Kommunikation fördernde, offene Zonen und Bereiche für konzentriertes Arbeiten werden egalitär miteinander verknüpft. Das Gebäude lässt sich bei veränderten Anforderungen ohne größere Umbaumaßnahmen neu programmieren. Obergeschoss mit Arbeitsplätzen, weitgehend "open space"Welchen Beitrag leistet das Projekt zum Thema Nachhaltigkeit? Eine der Nachhaltigkeit verpflichtende Planung und Erstellung des Gebäudes ist selbstverständlich und kennzeichnet alle Projekte unseres Büros. Nachhaltig bedeutet aber auch immer eine strukturelle Nachhaltigkeit, in Form eines möglichst flexiblen Grundrisses sowie einer architektonischen, formalen Nachhaltigkeit, im Sinne eines langfristig als qualitativ hochwertig wahrgenommenen Gebäudes. Die im Zuge von einigen Zertifizierungsbestrebungen, deren Dienlichkeit zum Teil zweifelhaft ist, zunehmende Fokussierung auf nachhaltige Einzelkomponenten erscheint uns zu kurz gegriffen. Das Projekt verfolgt daher einen holistischen Ansatz der immer ein Abwägungsprozess zwischen einer notwendigen räumlicher Qualität und einer gesamtgesellschaftlich geschuldeten Energieeffizienz ist. Durch eine Optimierung der Gebäudehülle mit Einsatz von Dreifachglas, effizientem Sonnenschutz und guter Tageslichtversorgung sowie ein integriertes Klima- und Energiekonzept, welches über aktivierte Massivdecken, komfortable Quellluftversorgung mit Wärmerückgewinnung und individueller natürlicher Lüftungsmöglichkeit Umweltenergie über Grundwassernutzung und hocheffiziente Wärmepumpen nutzt, wird bei erhöhter Arbeitsplatzqualität gegenüber den bisherigen Altbauten ein jährlicher Primärenergiebedarf von etwa 110 kWh/m²a erreicht. Dies entspricht einer Einsparung von etwa 100 Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr für den Gebäudebetrieb. Eine weitere CO2-Reduzierung erfolgt durch den Entfall der Fahrten zwischen den heute vorhandenen beiden Standorten. KonzeptSind Sie von den Vorgaben der Auslobung abgewichen, und wenn ja, warum? Die Auslobung war glücklicherweise so offen formuliert, dass ein dezidiertes Abweichen von den Vorgaben nicht notwendig war. Modell von Süd-OstDas eMail-Interview führte Peter Petz |
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