Bild: Berger Metallbau AG |  | |  Minimale Konstruktion, hoch gedämmt: Der Rahmen dient nur noch zur Führung des Glases, die Scheibe funktioniert als selbsttragendes Strukturelement. | Minimaler Rahmenanteil, maximaler Lichteinfall Zu fragen "Wer hat's erfunden?" grenzte an Selbstüberschätzung, durchaus beantworten lässt sich aber: "Wer hat's gemacht?" – nämlich das Schweizer Metallbauunternehmen Berger, das seinen guten Ruf in der Branche auf anspruchsvoller Glasarchitektur stützt. Die Rede ist von der Filigranverglasung Vitrocsa, deren minimale Rahmenansichtsbreite von nur 18 Millimetern eine architektonische Ästhetik der besonderen Art erlaubt. Der maßgenau gefertigte Rahmen des Schiebefenstersystems ist auf ein Minimum reduziert und dient nur noch zur Führung des Glases. Mit einer Blendrahmentiefe von lediglich 42 Millimetern ist auch ein nachträglicher Einbau denkbar – umlaufend in die Leibung integriert verschwindet der Rahmen fast gänzlich. Die modular aufgebaute Konstruktion erlaubt dem Planer eine nahezu unbegrenzte Zahl an Kombinationen von schiebenden und festen Flügelelementen. Diese müssen keinesfalls zwingend linear aufeinanderfolgen – auch polygonale Grundrisslösungen in jeder erdenklichen Gradzahl sind möglich, wobei sich die Eckpunkte vollständig öffnen lassen. Ungebetene Gäste, die sich gerne über Terrassentüren brachialen Eintritt verschaffen, dürften an der ausgefeilten und minimalistischen Verschlusstechnik mit einem Druckfederbolzen im Blendrahmenprofil scheitern. Wem dies nicht ausreicht, der kann zusätzlich Profilzylindersysteme integrieren lassen, womit sich in der Schweiz die Widerstandsklasse 2 erfüllen lässt. Ein weiterer Vorteil der rahmenminimierten Verglasung: Mit lediglich zwei Prozent fällt der Flächenanteil des Rahmens gegenüber der Isolierverglasung äußerst gering aus, was den Einfluss des Ug-Wertes der Isolierglasscheibe auf das gesamte Element deutlich erhöht. Wer sich also für eine dreifache Isolierverglasung mit Uw = 0,6 W/m²K entscheidet, erreicht mit Vitrocsa-Schiebeelementen locker den Schweizer Minergie-Standard und genügt damit auch problemlos der EnEV hierzulande. Das Aufschieben der Glastüren geht leicht von der Hand: Dank spezieller Kugellager bedarf es bei einer 180 Kilogramm schweren Schiebetür lediglich 20 Nm (2 Kilogramm) Kraftaufwand. Es findet sich auch keine Fußschwelle, die es zu überwinden gilt, was speziell Rollstuhlfahrer zu schätzen wissen. Wind und Regen scheitern bei geschlossenem Element an den umlaufenden Bürstendichtungen mit integrierter Dichtungslippe und den zusätzlichen Neopren-Dichtungen an den Rahmenprofilen. Ja, so sind sie, die findigen Schweizer: Klare Grenzen setzen, diese aber bitte fließend gestalten… si
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|  | |  Die metallisch glänzende Hülle besteht aus einer Sonderanfertigung des Edelstahlspiralgewebes vom Typ Escale 10,5 x 1,2 (oben). Insgesamt 86 Paneele, jedes etwa 23 x 7 Meter groß, wurden zur Bekleidung des Gebäudekomplexes verwendet (unten). | Mit der Umgebung verflochten Dank der Untertunnelung des Autobahnrings M30 konnte die Teilung Madrids aufgehoben werden. Die gewonnenen Flächen wurden in eine Abfolge verschiedener Parkanlagen umgewandelt, in denen auch das Centro Deportivo Multifuncional del Manzanares seinen Platz findet. Den von Dominique Perrault entworfenen Bau schmückt eine Fassade mit Metallgewebe aus dem Hause GKD. 23.000 Quadratmeter des Produkts Escale tragen dazu bei, dass das Konzept des Architekten Realität werden konnte. Perrault konzipierte den gigantischen Bau in enger Verflechtung mit der Umgebung, Natur und Gebäude gehen eine Symbiose ein. Die reflektierende Hülle nimmt dem Sportkomplex die Dominanz und löst ihn scheinbar spielerisch auf. Herzstück der gesamten Anlage ist die "Caja Magica", die auf einer Fläche von 80.000 Quadratmetern Platz für drei unabhängig voneinander zu betreibende Tenniscourts bietet. Ihren Namen bezieht die "Magische Box" aus der dreiteiligen Dachkonstruktion, die bei Bedarf hochgeklappt oder verschoben werden kann, wodurch sich die Indoorplätze in Arenen unter freiem Himmel verwandeln. Die optisch nahtlose Hülle, eine Sonderanfertigung des Edelstahlspiralgewebes Escale 10,5 x 1,2 in Form von 86 Paneelen, unterstreicht den Charakter des Baus. Zur Bekleidung der Fassade der Indoorplätze fiel die Wahl auf Escale 7 x 1. Der jeweilige Betrachtungsabstand spiegelt sich im Maßstab des ausgewählten Gewebetyps wider: je geringer die Distanz, desto kleiner die Escale-Spirale. Darüber hinaus bestimmten funktionale Eigenschaften wie Wartungsfreiheit, Robustheit und eine sehr lange Lebensdauer die Materialauswahl. Die präzise definierte Licht- und Luftdurchlässigkeit der Spiralmembran schützt Akteure und Besucher vor Schlagregen oder Zugluft und setzt den Außenraum atmosphärisch im Gebäudeinneren fort. sh
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